|
Übersicht
Die Erzeugung von CO2 auf biologischem Weg setzt drei Komponenten voraus:
Der Hefepilz, der sonst unsere Backwaren hochtreibt, verarbeitet kontinuierlich den im Wasser gelösten Zucker zu CO2 und Alkohol. Dabei wird gasförmiges CO2 frei, zurück bleibt ein Gemisch aus Wasser, Alkohol und restlichem Zucker.
Die Anlage muss passend auf das Aquarium dimensioniert werden. Passende Behälter sind:
|
WICHTIG: Kein Glas ! Für den Reaktor niemals Glasbehälter verwenden ! |
Der Behälter (im Folgenden Reaktor genannt) muss absolut luftdicht abschliessen. In den Deckel bohrt man ein Loch (im Beispiel 6mm) und klebt mit Heissleim (z.B. mit der Heissleimpistole aus Migros Do-It) einen Stutzen für den Luftschlauch ein.
Hier ein 5L-Kanister aus der Migros, der vorher entsalztes Wasser (für Bügeleisen, AQ etc.) enthielt. Dieser wird im folgenden zum Reaktor umgebaut:

Dieser Kanister enthält 5L, eignet sich für Becken bis ca. 150L. Ich empfehle folgende Reaktorvolumen (Schätzwerte) für verschiedenen Aquariengrössen. Besser als einer sind zwei gleichgrosse Behälter, die dann abwechseln neu befüllt werden, so dass die CO2-Zufuhr nie aufhört.
Die Grösse des Kanisters hängt mit der CO2-Produktion nicht direkt zusammen, aber es gibt folgenden Zusammenhang:
Je grösser der Reaktor, desto weniger oft muss man ihn, bei gleicher CO2-Produktionsmenge, neu befüllen.
Anders gesagt: Je grösser der Reaktor, desto mehr CO2 kann bei gleicher Zeitdauer bis zur Neubefüllung produziert werden.
Die Bauernweisheit dazu lautet: Je grösser der Reaktor, desto mühsamer ist das Neubefüllen ! Damit ist auch einer der beiden grössten Nachteile von BIO-CO2 genannt: das regelmässige Neubefüllen des Reaktors.
Zurück zu unserem Beispiel. Hier derselbe Kanister, nun mit dem eingeleimten Stutzen:

Das Einleimen geht wiefolgt:
Der Reaktor ist damit fertiggestellt. Im weiteren wird noch genügend Schlauch benötigt. Normaler Luftschlauch aus PVC und Silikonschlauch sind nicht 100% dicht für CO2, ein Teil des Gases geht daher auf dem Weg verloren. Wer es 100% dicht mag, muss daher den CO2-proof-Schlauch von Dennerle kaufen. Bei mir geht's aber gut mit Silikonschlauch.
Wie das Gas eingeleitet werden kann, ist weiter unten beschrieben. Hier noch eine Auswahl von Bildern von anderen Reaktoren:
Wie man sieht, reicht eine normale 1.5L PET-Flasche (hier Ex-Pepsi aus der Migros) um einen CO2-Reaktor zu bauen. Diese Flasche speist temporär ein neu eingerichtetes 250L-Aquarium. Das Gas wird in den Ansaugweg des Filters eingeleitet.

Dieses Bild zeigt eine Kombination aus zwei 5L-Reaktoren mit einem selbstgebauten Blasenzähler. Diese Anlage speist ein 250L-Aquarium über eine Dennerle-CO2-Schnecke.

Der Reaktor kann auch auf der Hutablage stehen... dieser 6L-Reaktor speist ein 110L-Aquarium über einen Flipper von Dennerle (Bilder im Bereich über die Einleitung).
Wie das CO2 ins Aquarium einleiten ?
Bei BIO-CO2 können nicht alle üblichen Geräte zur Einleitung verwendet werden, da niemals so hohe Drücke zur Verfügung stehen, wie bei der CO2-Versorgung durch eine Druckgasanlage. Ich empfehle folgende Möglichkeiten:
Flipper
und CO2-Schnecke erhalten Sie im Handel z.B. im Dennerle-Sortiment.
Andere Geräte wie Mikro-Ansauger, Ausströmer etc. erzeugen einen
hohen Druck in der BIO-CO2-Anlage, welcher ein gewisses Risiko erzeugt.
Daher folgender Hinweis:
|
WARNUNG: BIO-CO2 darf nicht blockiert oder durch einen Hahn reguliert werden. ! EXPLOSIONSGEFAHR ! Durch die Teile eines explodierenden Reaktors können ernsthafte Verletzungen (z.A. in den Augen) entstehen. |
Wenn
Sie diesen einfachen Hinweis beachten, kann praktisch nichts passieren.
Somit ergibt sich auch der zweite Nachteil von BIO-CO2:
die Regulierung ist nicht möglich, ebensowenig eine Nachtabschaltung
(ausser mit einem Magnetventil, welches Nachts das entstehende Gas einfach
in den Raum ablässt)
Eine sichere und einfache Methode ist die Einleitung des CO2 in den Einlauf des Aussenfilters. Auf dem Weg durch den Filter löst sich das Gas praktisch vollständig auf. Für grössere Anlagen kann das CO2 mittels eines zusätzlichen kleinen Aussenfilters eingeleitet werden.
Das folgende Bild zeigt einen Flipper:

Das Gas kann auch direkt in den Filter eingeleitet werden. Was sich im Filter nicht auflöst, verlässt den Filter in Form feiner Blasen, die sich im Wasser schnell auflösen.

Die Befüllung des Reaktors ist einfach. Folgende Zutaten werden benötigt:
Diese
Angaben gelten für einen Kanister von 5L.
Für alle anderen Grössen sind die Angaben proportional zu verändern.
Wird in einem Gefäss anderer Grösse jedoch dieselbe CO2-Produktion
erwünscht, muss die Hefemenge unverändert bleiben
|
WICHTIG: NIEMALS den Reaktor ganz füllen. Da die Reaktion meistens Schaum erzeugt, muss zwischen dem Stutzen des Luftschlauchs und der Wasseroberfläche im Reaktor ein Abstand von mindestens 5cm sein ! |
Wenn dennoch durch einen Unfall oder zu viel Hefe etwas von der Reaktormischung ins Aquarium gelangt, sollte sofort ein grosser Wasserwechsel durchgeführt werden. Das Reaktorgemisch ist nicht direkt giftig, enthält jedoch eine grosse Menge an Nährstoffen, welche im Aquarium zu einer Bakterienblüte und Algenblüte führen können.
Die Wartung beschränkt sich auf das Neubefüllen nach 2-4 Wochen, wenn die CO2-Produktion erheblich nachlässt. Das Restgemisch kann bedenkenlos über den Abfluss entsorgt werden.
Plasic-Haus
AG
Fabrikmattenweg 15
4144 Arlesheim
Tel 061/7011411
Fax 061/7011341
Alle Angaben in dieser Anleitung sind ohne Gewähr
(C) Martin Widmer