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Von Daniel Oettli
Übersicht
| Name: | L046 |
| Deutscher Name: | Zebra-Peckolita |
| Herkunft: | Rio Xingu/Brasilien |
| Grösse: | 8-12cm |
Der Zebrawels wurde zum ersten mal 1989 eingeführt. 1991 wurde er von Njssen und Isbrücker als Hypancistrus zebra beschrieben.
Der L046 stammt aus dem Rio Xingu, oberhalb von Altamira (Brasilien).

Sie kommen dort bei Wasserwerten von ca. 20µS (Leitwert), pH 6.3 und einer Temperatur von bis zu 30° vor.

Rio Xingu
Die Männchen haben längere Dornen auf den Brustflossenstrahlen als die Weibchen. Männchen kann man auch an den verlängerten Hakenstacheln der Zwischenkieferknochen erkennen.

Quelle: Stefan
Lorenz (www.atv-visp.ch)
Ein weiteres Indiz ist die Zeichnung, welche beim Weibchen schöner ausgeprägt ist und die schwarzen Bänder gleichmässiger durchgezogen sind. Aber ein 100% verlässliches Merkmal konnte ich nicht feststellen.
Der Zebrawels ist ein Nahrungsspezialist. Er ist kein Vegetarier. Rote/schwarze Mückenlarven, Lobster-Eier, verschiedene Futtertabletten sollten auf dem Speiseplan stehen.
Für den Zuchtversuch entschied ich mich für ein Artbecken, dessen Masse 60x60x35cm betrugen. Als Bodengrund wählte ich schwarzen Quarzsand 0.5-1mm. Die Einrichtung bestand aus vielen verwinkelten Wurzeln, 5 handelsüblichen Keramikhöhlen und 1 selbstgeklebten Schiefersteinhöhle. Die Filterung geschah über einen Bio-Innenfilter mit integrierter Heizung. Für die Beleuchtung wählte ich einen Standardleuchtbalken.
Beim Kauf der Tiere ist Vorsicht geraten. Wegen der grossen Nachfrage werden die Tiere nach dem Import gerne schlecht eingewöhnt und gleich zum Verkauf angeboten, was dann in vielen Fällen zum Tod der Tiere führt. Sprechen sie vor dem Kauf mit dem Händler, wie lange er sie eingewöhnt hat, wie er sie ernährt etc., damit man solche teuren Pannen ausschliessen kann. Ein Variante ist, man reserviert sich ein paar ganz bestimmte Welse und lässt sie noch eine Weile beim Händler bis zum Umzug. Auf keinen fall Tiere kaufen, die einen leicht eingefallenen- oder einen leicht geblähten Bauch haben. Vor dem Kauf muss man sich schon entschliessen, ob man einen Zuchtversuch starten, oder sie einfach in einem Aquarium halten will. Für einen Zuchtversuch nur Tiere mit einer Mindestlänge von 8cm erwerben. Denn erst ab dieser Länge sind sie Geschlechtsreif. Wenn man Zebrawelse von 4-5cm erwirbt, kann es bei guter Fütterung 2-4 Jahre dauern, bis Nachwuchs möglich ist. Für mein Artenbecken wählte ich mir 6 Tiere aus mit einer Grösse von 8-10cm. Wobei ich mich damals aufs Glück verliess was das Geschlecht der Tiere anbelangte.
Es war soweit. Meine Zebras waren unter sich im Artbecken. Jetzt begann die Eingewöhnungsfase. Die Wasserwerte lagen von Anfang an bei ca. 16°dGH, 13°KH, pH 7.3-7.5, Leitwert 500ms-750ms. Diese Werte behielt ich bei bis zum Erfolg. Am Anfang sah ich die Welse fast nie. Es dauerte mehrere Monate, bis sie sich immer mehr aus ihren Verstecken wagten und sich zeigten. Machte wöchentlich einen Wasserwechsel von 25-30%, welches ein muss ist. Denn sie reagieren sehr schnell und empfindlich auf Nitrat, dass heisst bei diesem Wert hat man fast keinen Spielraum. Die Wassertemperatur war während der ganzen Eingewöhnungszeit im Bereich von 25-26°.
Es ist inzwischen schon fast ein Jahr vergangen, wo ich wirklich feststellen konnte, dass sie sich wohl fühlten und sich eingelebt hatten. Dass es so lange dauert, damit hatte ich eigentlich am Anfang nicht gerechnet. Sie schwammen frei nach Lust und Laune im Becken herum und liessen sich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen. Jetzt war der Zeitpunkt da, um sich Gedanken über das Anregen zum ablaichen zu machen. Ich schaute mir nochmals die Wasserwerte, Natur(Herkunft) und meine an. Die frage stellte sich gleich, wo ansetzen, denn die Wasserwerte hatten nichts gemeinsam mit den natürlichen Voraussetzungen. Ich entschied mich mit der langsamen Erhöhung der Wassertemperatur auf 28°, welches gleich ein Volltreffer war und sich als richtig erwies. Ich konnte beobachten wie sich zwei Pärchen bildeten und gemeinsam je eine Keramikhöhle in Beschlag nahmen. Die anderen Zwei gingen ihrem Alltagtrott nach und ich konnte bei ihnen nicht mit Sicherheit feststellen ob es sich um Weibchen oder Männchen handelt. Bei den Pärchen war der Unterschied nach einer weile Beobachten klar. Ich begann dann mit etwas mehr und abwechslungsreicher zu Füttern. Den Interwall des Wasserwechsels verkürzte ich schrittweisse auf 4 Tage. Nach etwa 4 Wochen stellte ich bei einem Weibchen einen Laichansatz fest, was mich dann dazu bewegte, die Wassertemperatur nochmals zu erhöhen auf 29°.
Nach der Temperaturerhöhung ging es noch sieben Tage und es war soweit. Das erste Weibchen hatte in der Nacht abgelaicht. Der zweite Streich folgte 2 Tage später. Das zweite Weibchen laichte ebenfalls 2 Tage später ab, welches ich zum Glück miterleben konnte, weil es über den Mittag passierte und ich zuhause war. Ich musste feststellen, dass es eigentlich gleich ist wie bei Ancistrus. Das Weibchen laicht ab während das Männchen die Höhle versperrt. Hat das Männchen die Eier befruchtet, verlässt das Weibchen die Höhle und das Männchen beginnt mit der Pflege der Brut.
Sechs Tage nach der Eiablage sind die Jungwelse des ersten Pärchens geschlüpft und die Zählung ergab 7Jungwelse. Sie hatten eine Grösse von 6-7mm. Am vierten Tag nahm ich dem Männchen die Brut weg und setzte sie in einen Aufzuchtbehälter mit dem gleichem Wasser vom grossen Aquarium. Unterdessen war es in der anderen Höhle auch soweit. Dort zählte ich 8 Jungwelse. Bei der Erstaufzucht ging ich zwei Wege, die zweite Brut liess ich im Eltern-Aquarium, was sich als schlecht erwies. Denn sie verliessen die Höhle zu spät und waren schon abgemagert. Es überlebte nur einer und die anderen Verhungerten wohl nach wenigen Tagen. Bei der Brut im sep. Behälter musste ich keinen Ausfall beklagen. Die Aufzucht ist kein Problem, wichtig ist natürlich weiterhin sauberes Wasser und gute Ernährung mit zerriebenen Futtertabletten (mit hohem Algen/Spirulina-Anteil), frisch geschlüpfte Artemien (tiefgefroren, damit sie untergehen).
Ich behielt die Wassertemperatur von 29° bei und die Wasserwerte. Das Erstaundliche war, dass sie ohne mein Bemühen alle 5-6 Wochen laichten. Jedoch sind die Gelege sehr klein, und die Ausbeute liegt zwischen 5-12 Tieren. Als ich die Temperatur einmal zwischendurch absenkte, stellte sich das Vermehren ein, bis ich wieder erhöhte.

Quelle: Stefan
Lorenz (www.atv-visp.ch)

Quelle: Stefan
Lorenz (www.atv-visp.ch)
Die Zucht ist eigentlich kein Problem aber eine Kommerzielle Zucht wäre wegen der geringen Ausbeute nicht rentabel. Aber eine Nachzucht ist jedem zu empfehlen, der viel Freude und Geduld an diesen Fischen mitbringt. Sicherlich gibt es auch noch andere Wege, um zum Ziel zu kommen. Es ist auch nicht gesagt das es bei allen so funktioniert wie bei mir, aber mit etwas Fingerspitzengefühl sollte es möglich sein.
Links zu diesem Fisch:
Dieser Bericht wurde geschrieben von:
Welsidany
(Daniel Oettli)
Amriswil (Schweiz)
(C)
Daniel Oettli
teilweise
mit Bildern ergänzt durch Martin Widmer